Übersicht der häufigsten übertragbaren Krankheiten durch Mücken

Wer an von Moskitos übertragene Krankheiten denkt, kommt wahrscheinlich auf Malaria, Gelbfieber und maximal das in den Medien momentan allgegenwärtige Zika-Virus. Tatsächlich gibt es aber eine Vielzahl weiterer Krankheiten, die von den lästigen Mücken übertragen werden können. Natürlich gibt es hierbei Unterschiede zwischen heimischen und tropischen Krankheiten. Bei uns erfährst du die wichtigsten Fakten zu den häufigsten Erkrankungen, und wie du dich bei deiner nächsten Reise davor schützen kannst.

Heimische vs. tropische übertragbare Krankheiten

Moskito Krankheiten

Mücken übertragbare Krankheiten sind vor allem in den Tropen gefährliche Realität!

Mücken sind tatsächlich dazu in der Lage, Viren, Bakterien, ein- und mehrzellige Parasiten, und sogar Würmer zu übertragen. Nicht jede Mücke kann allerdings jeden Erreger bewirten.

Ist eine Mücke jedoch infiziert und bringt durch ihren Stechrüssel Krankheitserreger in unser Blut, dann können durchaus Krankheiten durch Mücken ausbrechen – und nicht immer kann unser Immunsystem diese abwehren.

Doch du kannst erstmal ganz beruhigt sein – denn heimische Krankheiten, die über das Blut übertragen werden, wie etwa Hepatitis oder HIV, können dir via Mücken nichts anhaben. Das liegt schlicht daran, dass etwa der HI-Virus in einer Mücke keinen geeigneten Wirt findet.

Glück für dich – in Europa gibt es allerdings sehr wohl das Risiko, eine Krankheit durch Stechmücken zu bekommen. Denn leider sorgt die Erderwärmung zusammen mit der Globalisierung dafür, dass immer wieder Fälle von tropischen Krankheiten auch in anderen Regionen der Erde auftreten. Zum einen sind hier eingewanderte Mückenarten am Werk, doch auch infizierte Reisende bringen die Krankheiten mit.

Die Tierchen können also auch hier beispielsweise das West-Nil-Fieber oder das Chikungunya-Fieber übertragen. Außerdem gibt es in Skandinavien noch das seltene Sindbis-Virus, das durch Mücken übertragen wird. Das Virus verursacht in erster Linie Gelenkschmerzen und Hautausschläge. Weitere Beispiele sind das Tahyna- oder das Batai-Virus. In diesen Fällen besteht aber keine Lebensgefahr – meist hat man mit leichten Symptomen einer Grippe zu kämpfen, die wieder vorübergehen. Aber dazu weiter unten mehr.

Tropenkrankheiten sind schon ein ganz anderes Kaliber. Denn Infektionen mit Malaria, Dengue-Fieber, Gelbfieber und auch West-Nil-Fieber können durchaus tödlich ausgehen. Eine Tropenreise hält also auch für Europäer Gefahrenpotenzial bereit. Im Folgenden zeigen wir dir die häufigsten übertragbaren Krankheiten durch Mücken:

Malaria

Malaria ist die wohl bekannteste Krankheit, die durch Mücken übertragen werden kann. Die spezifischen Übeltäter sind hier die Anopheles-Mücken bzw. deren Parasiten, die Plasmodien. Die Mücke selbst erkrankt dabei nicht, sondern dient nur als Überträger.

  • Regionen: am ehesten findet sich die Krankheit in tropischen Ländern, etwa in Afrika und in Indien. Weltweit leben rund 40% der Menschen in Gebieten, in denen Malaria-Gefahr besteht. Über 500 Deutsche haben sich durch Urlaube in diesen Ländern damit infiziert.
  • Symptome/Beschwerden: diese zeigen sich sehr unterschiedlich. Fieberschübe sind ein deutliches Anzeichen für eine Infektion, doch auch Schüttelfrost, Schweißausbrüche, Kopf-und Gliederschmerzen, sowie Schwindel und ein beschleunigter Herzschlag gehören zum Symptom-Katalog. Auch Durchfall oder Husten können auftreten.
  • Folgen: eine medizinische Behandlung kann schlimme Folgen verhindern. Ohne Abhilfe jedoch, kann es zu starken Schäden im zentralen Nervensystem, und sogar zum Tod kommen. Jährlich werden eine Million Todesfälle durch Malaria verzeichnet.

Gelbfieber

Diese Krankheit wird von Stechmücken der Gattung Aedes übertragen – auch als Tigermücken bekannt. Es gibt 3 verschiedene Infektionswege: der erste wird als Busch- oder Dschungelfieber bezeichnet, bei dem das Virus eigentlich nur Affen und Mücken betrifft – dabei werden Menschen nur zufällig infiziert.

Der zweite Weg ist das urbane Gelbfieber, das in Ballungsräumen von Mensch zu Mensch übertragen wird. Die dritte Infektionsmöglichkeit besteht in waldnahen Siedlungen, wo sich Menschen, Affen und Mücken sehr nahe sind.

  • Regionen: Gefahrengebiete sind vor allem Teile Afrikas und Südamerikas, doch auch in Mittelamerika kann das Virus übertragen werden – in Asien, Australien, Ozeanien und Europa besteht derzeit kein akutes Gelbfieberrisiko.
  • Symptome/Beschwerden: grippeähnliche Symptome wie Gelenkschmerzen und Fieber, aber auch Übelkeit und Erbrechen. Auch eine Bindehautentzündung ist möglich.
  • Folgen: bei Nichtbehandlung können die inneren Organe schwer geschädigt werden.

Dengue-Fieber

Auch an der Übertragung des Dengue-Fiebers sind vor allem die Tigermücken Schuld.

  • Regionen: tropische- und subtropische Regionen in Zentral- und Südamerika, sowie Süd- und Südostasien, und Afrika. Bei Deutschen ist in den letzten Jahren aufgrund von vermehrten Reisen in diese Länder ein Anstieg der Infektionsfälle zu verzeichnen. Thailand gilt dabei als häufigstes Risikoland.
  • Symptome/Beschwerden: Fieber, sowie Gelenk,- Muskel-, und Kopfschmerzen. Eine wiederholte Infektion kann allerdings einen weitaus schwereren Krankheitsverlauf haben als die Erstinfektion.
  • Folgen: bisher gibt es noch keinen Impfstoff, der das Dengue-Fieber verhindern oder verlässlich bekämpfen könnte. Die Behandlung erfolgt deshalb symptomatisch – das kostet laut WHO jährlich 2,5-5% der infizierten (etwa 50 Millionen) Menschen das Leben.

Zika-Virus

Die Ausbreitung des Zika-Virus hat im Jahr 2015 begonnen. Vor allem die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) steht im Verdacht, es weiterzutragen. Doch auch andere Mückenarten sind nun im Fokus der Forschung, wie etwa die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus).

  • Regionen: das Zika-Virus kommt in Brasilien und weiten Teilen von Süd- und Mittelamerika vor, sowie in Florida und Texas, der Karibik, im tropischen Afrika und auch in Teilen Südost-Asiens wie Vietnam, Thailand und auf den Philippinen.
  • Symptome/Beschwerden: manchmal geschieht die Übertragung sogar unbemerkt. Treten Symptome auf, sind es vor allem Beschwerden wie Gelenkschmerzen, Fieber, Hautausschlag und eine Bindehautentzündung. Die sollten allerdings nach einer Woche vorübergehen.
  • Folgen: Anders sieht es bei einer Infektion in der Schwangerschaft Gerade im ersten Drittel dieser Zeit besteht Gefahr für den Fötus. Fehlbildungen des Gehirns, wie eine Mikrozephalie sind möglich. Das bedeutet etwa die Geburt mit einem besonders kleinen Kopf, einer geistigen Behinderung oder einer anderen neurologischen Störung.

Chikungunya-Fieber

Der Erreger, der hier am Werk ist, nennt sich auch CHIK-Virus. Er wird über Stechmücken auf den Menschen und danach von Mensch zu Mensch übertragen.

  • Regionen: diese fieberhafte Viruserkrankung kommt vor allem in Afrika und Südostasien vor. Im Jahr 2013 verbreitete sich der Virus von den Karibik-Inseln erstmals in Nord,- Mittel,- und Südamerika. In Europa sind aktuell nur reisebedingte Fälle in Italien und Frankreich bekannt.
  • Symptome/Beschwerden: hohes Fieber, Kopfschmerzen, sowie starke Muskel- und Gelenkschmerzen sind typische Anzeichen. Chikungunya bedeutet in Tansania nicht umsonst „sich verkrümmen“. Selten können auch Bauch- und Halsschmerzen, sowie Bindehautentzündungen und ein Hautausschlag auftreten. Manchmal gibt es aber auch keine Symptome.
  • Folgen: nach 1-2 Wochen sollte das Krankheitsgefühl wieder abklingen. Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck oder Herzschwäche, sowie Personen über 65 und auch Neugeborene sind anfälliger für starke Symptome. Auch in der Schwangerschaft besteht ein großes Risiko für eine Mutter-Kind-Übertragung.

West-Nil-Fieber

Das West-Nil-Fieber wird von Viren ausgelöst und dann von der Culex-Mücke auf den Menschen übertragen.

  • Regionen: in einigen asiatischen Ländern und in Afrika, aber auch in Südfrankreich und vereinzelt in den USA und Kanada. Diese Infektion kann weltweit übertragen werden. Grund dafür sind vor allem freilebende Vögel, die das Virus in sich tragen – sie verbreiten es auch in Europa.
  • Symptome/Beschwerden: hohes Fieber, Schüttelfrost, starke Kopfschmerzen und Benommenheit sind Anzeichen für ein West-Nil-Fieber. Nach einigen Tagen kommt ein grobfleckiger Hautausschlag hinzu. Diese Symptome wurden allerdings nur bei jedem fünften Menschen beobachtet, der Rest zeigt keine Beschwerden.
  • Folgen: Anfälliger sind ältere und immungeschwächte Personen, bei denen das West-Nil-Fieber in seltenen Fällen auch zu Hirnhaut- und Herzmuskelentzündungen führen kann.

Checkliste: Tipps zum Mückenschutz auf Reisen

Bevor du jetzt panisch bei jedem Mückenschwarm im Urlaub in Deckung gehst, solltest du dir einfach in Ruhe überlegen, wie du dich im Falle vor einer Ansteckung schützen kannst. Dazu gibt es nämlich viele nützliche Tipps! So hast du gute Chancen, vor Mückenkrankheiten verschont zu bleiben:

Tipp #1: Information ist Gold wert

Gerade bei einer Tropenreise solltest du die Sache mit dem Mückenschutz ernst nehmen. Bevor du dich also auf den Weg machst, informiere dich vorher ausreichend über dein Urlaubsziel. Hilfreich ist hier zum Beispiel das Tropeninstitut. Auch Hausärzte können meist weiterhelfen.

Tipp #2: Impfungen als Prophylaxe  

Mückenschutz Impfung

Die Gelbfieber Impfung wird für einige Regionen verpflichtend vorgeschrieben!

Manchmal sind Impfungen für eine Reise unumgänglich, in anderen Fällen werden sie als Vorsichtsmaßnahme zumindest empfohlen. Impfen lassen kann man sich zum Beispiel gegen Gelbfieber.

Für Krankheiten wie das Dengue-, Chikungunya,- und West-Nil-Fieber, oder auch das Zika-Virus existiert derzeit keine Impfung. Hier musst du auf andere Mittel zurückgreifen.

Eine Prophylaxe ist bei Malaria zwar möglich, schützt aber nicht zu 100%! Außerdem ist die Malariaprophylaxe gesundheitlich nicht ganz risikofrei, auch wenn sie manchmal zwingend nötig ist.

Tipp #3: ein gutes Anti-Mücken-Mittel

Mückenschutz Spray

Das richtige Spray ist auf Reisen Gold wert!

Für Krankheiten, gegen die kein Impfstoff existiert, ist ein gutes Mückenspray eine gute Schutzmöglichkeit. Die gibt es in Form von Lotionen oder Sprays. Klingt nach einer simplen Lösung, kann aber sogar vor Malaria schützen.

Wichtig: das Mittel sollte Repellentien enthalten – also Wirkstoffe, die durch ihren Geruch abschrecken. Es sollte auch besonders für die Tropen geeignet sein und Wirkstoffe wie DEET oder Icaridin enthalten.

Tipp #4: Mücken einfach aussperren

Moskitonetze, Fliegengitter, und Gaze-Rollos bieten eine effektive Abschirmung gegen Mücken. Fürs Haus und den Wintergarten ist das echt praktisch. Die Netze kannst du auch als spezielle Reisevariante für dein Urlaubszelt mitnehmen – sorg allerdings dafür, dass du sie regelmäßig imprägnierst!

Tipp #5: „Hausmittel“  

Hausmittel Mücken im Zimmer

Hausmittel funktionieren zum Teil gar nicht so schlecht gegen Mücken im Zimmer!

Mücken mögen weder Luftbewegungen noch Rauch. Deshalb helfen schon Ventilatoren, ein Lagerfeuer oder Räucherstäbchen gegen die Biester.

Wenig hilfreich sind dagegen duftende Teelichter, Gartenfackeln, spezielle Armbänder oder auch diese Klebeblättchen mit ätherischen Ölen.

Auch UV-Lampen helfen nichts gegen die nachtaktiven Mücken, denn sie werden nicht vom Licht angezogen. Wir haben übrigens die gängigsten Hausmittel gegen Mücken im Zimmer getestet!

Tipp #6: Kleider schützen Leute

Mückenschutz Kleidung

Mückenschutz Kleidung bietet effektiven Schutz gegen Moskitos!

Naja, nicht immer – manche Mücken stechen sogar bis unter die Kleidung durch. Dicht gewebte, helle Kleidung ist daher von Vorteil. Mücken stehen auf dunkle Kleidung, die nahe an der Haut anliegt. Lockere Klamotten machen sich also besser als Mückenschutz.

Bedecke so viel Haut, wie möglich. Mit einer speziellen Mückenschutz-Kleidung schwitzt du auch nicht zwingend – achte hier auf Qualität. Bug-Shirts oder Mückennetzhüte funktionieren prima, auch wenn sie nicht so schick sind.

Zusatztipp: am besten neben der Kleidung auch die Schuhe mit Mückenschutzmittel imprägnieren! Aber Achtung – das hält zwar bis zu vier Wochen, muss aber nach jeder Wäsche erneuert werden.

Tipp #7: Stinkfahne bringt nichts  

Ein verbreiteter Mückenschutz-Tipp ist die Abschreckung durch Geruch. Allerdings hilft die unangenehme Knoblauch- oder Bierfahne nicht wirklich gegen Mückenstiche. Wissenschaftlich ist diese Aussage nicht bestätigt – im Gegenteil gehen manche sogar davon aus, dass diese Ausdünstungen sogar Mücken anlocken. Verlass dich also lieber nur auf erprobte Tipps!