Ein guter Mückenschutz ist eine der wirksamsten Schutzmaßnahmen gegen lästige Blutsauer. DEET ist einer der bekanntesten Wirkstoffe, der in solchen Mitteln enthalten ist. Ihm wird eine lange Wirkdauer, sowie ein breites Wirkspektrum gegen Insekten nachgesagt. Doch was ist dran an DEET, wie genau hilft es überhaupt, und welche Nebenwirkungen und Alternativen gibt es?

Das ist DEET und in diesen Produkten findest du es

Mückenspray

DEET ist in den meisten Mückensprays zu finden!

DEET ist die Abkürzung für Diethyltoluamid – ein chemisches Insektenschutz- bzw. Abwehrmittel. Der Wirkstoff hilft gegen blutsaugende Mücken und eine Reihe anderer Insekten (dazu unten mehr). Als effektiver Insektenschutz im großräumigen Stil hatte es seinen ersten Auftritt interessanterweise im Vietnamkrieg. Im Jahr 1946 von der US-Army entwickelt, sollte es gegen die vielen Stechmücken in der südostasiatischen Region helfen.

Erst im Jahr 1957, wurde DEET auch für die breite Bevölkerung zugelassen und ist seit 1965 auch kommerziell erhältlich. In Europa kannst du DEET heute typischerweise in Form von Sprays im Handel kaufen. Da der Wirkstoff selbst nur einen minimalen Eigengeruch besitzt, wird er mit verschiedenen Duftstoffen versehen. Eine der bekanntesten DEET-Produktmarken ist das Schweizer Anti Brumm® Forte.

Je nach Konzentration, Spraymenge und Insektenart, hält der Schutz ca. 8 Stunden lang an. Bei Zecken sind es zum Beispiel 2-4 Stunden. Dabei spielen natürlich auch Faktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind und Schweiß mit.

Warum DEET gegen Mücken hilft

Moskitos

Die meisten Moskitos können den Wirkstoff gar nicht leiden!

Wie genau der Wirkstoff funktioniert, ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt. Lange Zeit behauptete eine ältere Studie, der Duftsensor der Insekten würde durch DEET blockiert werden. Das hindere sie daran, ihre menschlichen Opfer überhaupt zu finden.

Diese Vermutung wird allerdings in neueren Forschungen bezweifelt. Aktuelle Daten gehen davon aus, dass Insekten nicht an den Menschen herankommen, gerade weil sie DEET riechen können. Sie nehmen den Inhaltstoff über ihre Duft- und Geschmacksrezeptoren wahr und bleiben uns daher fern.

Durch DEET wird nämlich ein gewisses Enzym der Tiere blockiert: das Acetylcholinesterase. Es sorgt normalerweise für die Aktivität des zentralen Nervensystems und macht eine möglichst schnelle Weiterleitung der Reize und die Informationsverarbeitung möglich.

Durch DEET erreicht man die Blockade dieses Enzyms, weshalb die Nervenzellen der Insekten eine Dauerreizung erleiden. Etwas extremer ausgedrückt: DEET wirkt direkt auf das zentrale Nervensystem der Insekten und tötet sie sogar, wenn sie nicht rechtzeitig verschwinden.

Doch gegen welche Insekten hilft der Inhaltsstoff überhaupt genau? Klinisch nachgewiesen hilft es gegen: Mücken der Gattung Aedes, Culex und Simulium, sowie die Anopheles-Mücke und die Gemeine Holzbock (Zeckenart). Darüber hinaus schützt es gegen Moskitos, Bremsen, Milben, Läuse, Tsetsefliegen und andere Fliegen. Bei Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen bringt dir der Wirkstoff hingegen nichts.

Risiken und Nebenwirkungen

Deet Sonnenbrand

Bei Sonnenbrand oder Verletzungen sollt man DEET unbedingt vermeiden!

DEET hat dieselben Wirkmechanismen inne wie gefährliche Pestizide, und sogar wie gewisse Nervengase. Man konnte in Einzelfällen – und meist nur bei häufigem Gebrauch – gewisse Nebenwirkungen von DEET-haltigen Repellents nachweisen. Hautirritationen wie Rötungen oder Brennen, Schlaflosigkeit, Gemütsschwankungen, sowie eine Beeinträchtigung der Wahrnehmungsfähigkeit zählen dazu. Taubheitsgefühle wie Kribbeln sollen ebenfalls auftreten.

DEET kann über unsere Haut in unseren Blutkreislauf eindringen und daher unser Nervensystem schädigen. Im Worst-Case bedeutet das Krampfanfälle und Hirnschädigungen. Studien berichten auch zum Beispiel von einer möglichen Verbindung zu Anfällen bei Kindern. Deshalb solltest du DEET bei Kindern weder großflächig noch regelmäßig anwenden – bei Kindern unter 2 Jahren am besten gar nicht!

Durch die Einnahme von gewissen Medikamenten, soll die schädliche Wirkung außerdem verstärkt werden können – welche genau das sind, ist allerdings nicht bekannt. Auch die Pestizide Organophosphate und Carbamate sollen diesen negativen Effekt haben. Bestätigungen fehlen allerdings noch. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte man DEET-haltige Produkte allerdings vorsichtshalber vermeiden!

Neben dem Menschen, kann der Wirkstoff gegen Moskitos tatsächlich auch einige Kunstfasern, Kunststoffe, Lacke und sogar Leder angreifen – schließlich handelt es sich dabei um ein Lösungsmittel. Schaden nehmen können etwa Vinyl, Kunstseide, Elastan, und Acetate. Bring es daher besser nicht in Kontakt mit entsprechenden Gegenständen wie Lederschuhen- oder Taschen, sowie Kunststofftaschen oder Sonnenbrillen.

Natürlich treten die angeführten Nebenwirkungen sehr selten auf. Trotzdem wollen wir darauf hinweisen, dass mit dem Inhaltsstoff sehr sorgsam umgegangen werden sollte!

Alternativen zu DEET

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Hausmittel wären eine mögliche Alternative gegen Mückenstiche!

Wenn du den Wirkstoff vermeiden willst, kannst du auch Icaridin als Alternative nutzen. Auch dieses Mittel kommt in sehr vielen Mückenschutz-Produkten vor und wirkt zuverlässig – allerdings gibt es zu Icaridin weniger Erfahrungsnachweise als für DEET. Es gilt dafür allerdings als besser verträglich.

Doch auch bei Icaridin sind Nebenwirkungen bekannt. In seltenen Fällen kann Juckreiz auftreten, Hautschuppungen- oder Rötungen sind ebenfalls möglich. Deshalb trägst du Icaridin lieber nicht auf offene Wunden, auf erkrankter Haut, oder in der Nähe von Schleimhäuten auf. Augenkontakt solltest du ebenfalls vermeiden. Atme den Spray auch nicht ein!

In der Schwangerschaft sollte Icaridin nur nach Absprache mit einem Arzt verwendet werden. Es besteht zwar vermutlich kein Risiko, aber für eine klare Absegnung sind noch zu wenig Erfahrungsberichte vorhanden. Während der Stillzeit sollte Icaridin nicht unmittelbar vor dem Stillen angewandt werden – meide außerdem die Haut der Brüste.

Die Vorteile von DEET sind also eine längere Forschung zur Schutzwirkung, sowie eine sehr gute Wirkkraft gegen tag- und nachtaktive Stechmücken. Es wird auch für Malariagebiete empfohlen. Icaridin hingegen ist besser verträglich und schützt ebenfalls verlässlich – besonders in malariafreien Gebieten. Prinzipiell ist Icaridin allerdings auch für Malariagebiete vorgesehen.

Tipps zur sicheren Anwendung von DEET

Die richtige Verwendung von DEET ist entscheidend für den tatsächlichen Schutz, den das Mittel dir bietet. Beachte deshalb folgende Anwendungshinweise:

  • Regelmäßig nachtragen: Schweiß oder hohe Luftfeuchtigkeit mindern die Schutzwirkung. Am besten also in regelmäßigen Abständen erneut auftragen.
  • Frühzeitig und flächendeckend anwenden: Vorsorge ist die halbe Miete – bei sehr dünner Kleidung empfiehlt sich auch ein Auftragen darunter.
  • Risikostellen meiden: weder auf erkrankte, gereizte, oder offene Hautstellen, noch auf deine Schleimhäute auftragen!
  • Achtung bei Sonnenschutz: die gemeinsame Anwendung mit einem Sonnenschutzmittel kann dessen Wirkkraft herabsenken. Immer zuletzt das Repellent auftragen!
  • Keine Anwendung in der Schwangerschaft, Stillzeit oder bei Kindern unter 2 Jahren: wenn bei Kindern, dann nicht regelmäßig und flächendeckend anwenden!

Auch ganz wichtig: es gibt keinen 100%igen Schutz gegen Insektenstiche! Deshalb solltest du dir zusätzlich noch Hilfen wie ein Moskitonetz oder passende Kleidung besorgen – besonders wenn du in gefährlichen Gebieten unterwegs bist.

Fazit zum Wirkstoff gegen Mücken

DEET bietet einen zuverlässigen Schutz gegen Mückenstiche, sowie viele weitere Insektenarten. Der Wirkstoff reizt das zentrale Nervensystem der Tiere und hält sie uns durch seinen Geruch fern. Es schützt bis zu 8 Stunden lang vor tag- und nachtaktiven Stechmücken. Eine Alternative wäre Icaridin, welches besser verträglich, aber dafür noch nicht so lange erforscht ist. Fest steht: bei der richtigen Anwendung und mit ein wenig Vorsicht bietet DEET einen sehr guten Mückenschutz!

Gepostet von Gerald

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